Das neue Kammerspiel von Hart auf Hart über Erinnerung, Wahrheit und die Frage, wie es eigentlich wirklich war.
Wie war das noch mal? Und vor allem: War es wirklich so?
Elisabeth Hart und Rhaban Straumann versuchen, sich gemeinsam zu erinnern. An Familiengeschichten und Ferien, an ihre erste Begegnung, an Deutschland und die Schweiz, an große Ereignisse und kleine Katastrophen. Dummerweise stimmen ihre Erinnerungen nur selten überein.
Erinnerung ist keine verlässliche Ablage der Vergangenheit. Sie verändert sich mit jeder Erzählung, mit dem Wissen von heute, mit Herkunft, Prägung und Perspektive. Und manchmal schlicht mit dem Menschen, der gerade neben einem sitzt und behauptet: Das war ganz anders.
In «ich war, du bist» macht sich Hart auf Hart auf die Suche nach dem, was von unserer Vergangenheit übrigbleibt. Was geschieht, wenn persönliche Erinnerung zur Familiengeschichte wird, Familiengeschichte zur Tradition und Geschichte plötzlich politisch? Wer entscheidet, woran wir uns erinnern? Was wird vergessen, verdrängt, umgedeutet oder irgendwann so oft erzählt, dass es wahr geworden sein muss?
Zwischen deutschen und Schweizer Befindlichkeiten, privaten Erinnerungen und gesellschaftlicher Erinnerungskultur entsteht ein spielerischer Streit über Wahrheit und Wirklichkeit, über Fotos als Beweismittel, Geschichtsbücher als Momentaufnahmen und die beruhigende Gewissheit, dass früher eigentlich alles schön war. Es war schön. Es war schön. Es war schön. Oder?
«ich war, du bist» ist ein satirisches Schauspiel über das Erinnern in einer Gegenwart, die schon morgen Vergangenheit sein wird.